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Heißhunger?


Heißhunger & Appetit
Heißhunger - Die Lust auf das gewisse Etwas

Manchmal braucht ein Mensch nichts dringender als eine Familienpackung Schokoldadeneiscreme oder ein ganzes gegrilltes Hähnchen. Heißhunger-Attacken, auf neudeutsch "food-cravings" genannt, dürften niemandem ganz fremd sein. Auch der Wissenschaft nicht. Sie produziert allerlei Erkenntnisse zu Ursprung und Bekämpfung.

Heißhunger, besonders auf Süßes, ist typisch für Frauen. Das fanden französische Wissenschaftler in einer Studie mit etwa 1.000 Versuchspersonen heraus. Beinahe 30 Prozent der befragten Frauen, aber nur 13 Prozent der Männer litten mindestens einmal die Woche unter "food-craving". Frauen griffen zudem eher in depressiven Momenten zur Pommestüte oder Schokogroßtafel. Männer dagegen, wenn sie besonders glücklich waren.
Schokolade kann nicht berauschen, aber süchtig machen

Widerlegt ist der Mythos, dass Schokolade high macht. US-amerikanische Wissenschaftler fanden zwar in Schokolade unter anderem Cannabinoide, aber nur in kleinen Mengen. Das sind jene Stoffe, die Marihuana zu mehr als einer getrockneten Pflanze machen: Allerdings müsste ein Erwachsener etwa zehn Kilo Schokolade auf einmal verzehren, um ein dem Marihuanakonsum gleichwertiges Rauscherlebnis zu erfahren. Dennoch kann Schokolade oder Essen generell zu einem gewissen Grad süchtig machen. Schließlich gibt es auch Leute, die sich als sport- oder arbeitssüchtig bezeichnen, und Arbeit enthält bekanntlich keine Rauschmittel. Es scheint sich eher um ein Zusammenspiel von körperlichen und seelischen Faktoren zu handeln. Diese gilt es zu identifizieren, um die Sucht zu überwinden zu können.
Nur dauerhafte Kontrolle bekämpft Heißhungerattacken

Schon lange bekannt ist, dass viele Frauen von hormonbedingten, prämenstruellen Hungerattacken heimgesucht werden. Neu aber ist, dass Frauen, die jene hormonbedingten Essanfälle bekommen, auch ohne hormonelle Einflüsse eher unter den Heißhungerattacken leiden. Dies ergab eine Studie der US-amerikanischen Louisiana State University. Der Körper gewöhne sich nämlich an jene fetthaltigen und süßen Nahrungsmittel und verlange sie auch zu anderen Zeitpunkten des Zyklus. Deshalb kann nur eine dauerhafte Entwöhnung von jenen Nahrungsmitteln zu einem Erfolg führen und die Attacken zum Verschwinden bringen. Konsequenz ist in jedem Falle wichtig, denn der Kreislauf von Hungern und Vollstopfen kann zu Ess-Störungen führen.
Eine Schwäche kommt selten allein

Wer süchtig nach bestimmten Lebensmitteln ist, ist auch anfälliger für andere Süchte. Dies ergab eine Studie der Washington University. Wer bei Schokolade oder Kaffee Suchtverhalten nebst Kontrollverlust und Gewöhnung zeigt, ist eher gefährdet, auch von anderen Substanzen, wie Alkohol oder Zigaretten, abhängig zu werden.
Gurgeln vertreibt den Appetit

Ratschläge, um Heißhunger-Attacken zu begegnen, gibt es viele. Klassiker sind natürlich jene, viel Sport zu treiben und genug zu schlafen. Dadurch werde der Mensch erstens abgelenkt und zweitens ausgeglichener. Helfen soll es auch, bei jedem Heißhunger-Anfall eine Freundin anzurufen, die eventuell das Leid teilt und zur Disziplin ermahnen kann. Manche Experten empfehlen kontrolliertes Nachgeben und ein Ausweichen auf gesunde Snack-Alternativen. Der ausgefallenste unter allen Ratschlägen ist jedoch der von Doktor Rebecca Wilborn vom Midtown Diet Center in New York City. Sie empfiehlt Mundwasser als Geheimwaffe gegen Heißhunger! Das Verlangen, erklärt Wilborn, beruhe nämlich zu einem großen Teil auf dem bevorstehenden Geschmackserlebnis. Nach einer kräftigen Mundspülung aber dürfte den meisten die Ess-Lust vergangen sein.